Gründung 1883

 

Dem Gründungsbuch zufolge wurde die Freiwillige Feuerwehr Rauchenwarth am 19. Jänner 1883 unter Bürgermeister Franz Deininger gegründet. Als Kommandant wurde Leopold Bauer (19.1.1883 – 8.11.1884) und folgend Mathias Resch (8.11.1885 – 21.1.1923) gewählt. In den ersten Monaten wurde Wert auf die Ausbildung der Feuerwehr gelegt. Die Aufgabe der Feuerwehr neben dem Löschen bestand auch in der Feuerbeschau.

 

Die Alarmierung bestand noch aus Rufen der Bevölkerung, erst später wurde mittels Kirchenglocken oder mit dem Singalhorn alarmiert.

 

Für die Ausfahrt zu Bränden stellten die Landwirte laut einem Plan abwechselnd Pferde zur Verfügung. Die  „Feuerwehr-Vorspanntafeln“ waren auf den Häusern montiert und zeigten wer Bereitschaftsdienst hatte.

 

In den ersten Bestandsjahren wurden keine großen teuren Anschaffungen von Geräten getätigt – lediglich Bedarfsgegenstände wie Saugschläuche und Zimmermannshacken wurden angekauft.

 

1886 wurde die Vereinsfahne angeschafft – Frau Theresia Ehn spendete die prachtvolle Fahne, die am 1. August von Ortspfarrer Charbula geweiht wurde. Die Fahnenpatenschaft übernahm Frau Apollonia Deininger.

 

Die Einsätze in den ersten Jahren

 

Den ersten Brandeinsatz gab es im April 1883 – drei Monate nach Gründung der Feuerwehr. Für die Feuerwehrmänner ging es zu einem Wohnhausbrand der Häuser 78 und 7.

 

Im Gründungsjahr gab es speziell in den Monaten Juli und August mehrere Scheunenbrände. In den folgenden Jahren konnten noch weitere Einsätze vermerkt werden – so beispielsweise der Großeinsatz in Zwölfaxing 1892, wo drei Scheunen und zwei Nebengebäude abbrannten.

 

Am 3. August 1898 gab es den ersten Großbrand in Rauchenwarth zu bewältigen. Mehrere Wohngebäude, Scheunen, Wirtschaftsgebäude und Stallungen brannten ab. Insgesamt waren neun Familien von dem Feuer betroffen.

 

In den Folgejahren gab es mehrere kleine Einsätze.

 

Am 25. April 1901 gab es erneut einen Großbrand. Der Meierhof brannte völlig ab.

 

Bis 1916 hin sind zahlreiche Klein- und Großbrände verzeichnet. Auch damals gab es bereits Einsätze in den Nachbarortschaften Wienerherberg, Ebergassing und Schwadorf.

 

 

Die Zeit ab dem 1. Weltkrieg

 

In der Zeit vor dem 1. Weltkrieg lag der Mannschaftsstand zwischen 19 und 25 Personen. Durch die Einberufungen reduzierte sich der Mannschaftsstand drastisch.

 

Neben ihren Dienst für die Sicherheit der Bevölkerung nahm die Feuerwehr auch andere gesellschaftliche Aufgaben wahr: so trug sie einen Teil zum geselligen Musikleben bei. Auch kirchliche Anlässe oder die Anteilnahme an Begräbnissen von Kameraden  gehörten zu den Tätigkeiten der Feuerwehr.

 

 

Die Zwischenkriegszeit

 

1922 war ein großartiges Jahr für die Feuerwehr. Die alte Handspritze hatte ihren Dienst geleistet und es war ein Modernisierungsschritt geplant. Es wurde eine neue Motorspritze angekauft und feierlich geweiht. Bereits im November dieses Jahres konnte die neue Motorspritze bei einem Hausbrand eingesetzt werden.

 

Bei der Kommandowahl am 6. Jänner 1923 kam es zu einer großen Änderung bei der Feuerwehr. Mathias Resch legte mit 21. Jänner sein Amt zurück und wurde zwei Jahre später zum Ehrenhauptmann ernannt. An seine Stelle trat Rudolf Böck.

 

Unter dem Kommando von Rudolf Böck trat die Feuerwehr weiterhin zu diversen kirchlichen Anlässen und Veranstaltungen aus.

 

Im Spätsommer 1926 wurde das Requisitenhaus vergrößert. Und im März 1927 wurde ein Rettungswagen angekauft. Dieser war ein leichter Pferdewagen mit geschlossenem Aufbau.

 

1938 wurde eine Sirene, nach Anregung von Hauptmann Böck, angekauft – bis dahin dienten Signalhörner und Kirchenglocken zur Alarmierung.

 

 

Der 2. Weltkrieg

 

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten unterlag das niederösterreichische Feuerwehrwesen nun dem deutschen Gesetz. Die Feuerwehr wurde als „Polizeitruppe“ geführt. Somit gab es mehr Befugnisse und die Wehr unterstand der jeweiligen Gemeinde. Weiters gab es ein striktes Verbot von der Teilnahme an Fronleichnamsprozessen und anderen kirchlichen Veranstaltungen.

 

Im Herbst 1938 wurde Rauchenwarth nach Groß-Wien eingegliedert und die Feuerwehr unterstand somit dem Magistrat Wien. Kommandant blieb weiterhin Böck.

 

Gegen Ende des 2. Weltkrieges gab es 9 Brandeinsätze, wo die Feuerwehr aufgrund des stark reduzierten Mannschaftsstandes nicht ausrücken konnte.

 

 

1950 - 1980

 

1951 war ein großartiges Jahr für die Feuerwehr: ein Löschfahrzeug der Marke Austro Fiat wurde von der Wiener Feuerwehr zur Verfügung gestellt.

 

Nur sechs Jahre danach wurde eine Tragkraftspritze vom Type VW TS 75 angekauft und 1961 erhielt die Feuerwehr Rauchenwarth das erste moderne Löschfahrzeug, einen Opel Blitz.

 

In diesem Jahr malte Josef Schedl ein Bild des heiligen Florian, welches bis heute den Mannschaftsraum ziert.

 

1967 gab es den ersten Einsatz mit „gefährlichen Stoffen“ ein Tankwagen stürzte „Am Angerl“ um und 5400 Liter Benzin flossen beinahe gänzlich aus.

 

1975 konnte das erste Tanklöschfahrzeug (TLF 2000), ein Mercedes 911 in Betrieb genommen werden.

Bis 1979 gab es zahlreiche Einsätze für die Kameraden der Feuerwehr Rauchenwarth zu bewältigen. Unter anderem kam es zu mehreren schweren Verkehrsunfällen bei denen in Summe leider zwei Todesopfer zu beklagen waren.

 


Ab 1980

 

1981 wurde die Feuerwehrstandarte restauriert.

 

1983 fanden anlässlich des 100-jährigen Gründungsfestes die Abschnittsfeuerwehrleistungsbewerbe und das Jugendlager in Rauchenwarth statt.

 

In diesem Jahr wurde auch das Feuerwehrhaus im Maierhof renoviert, sowie die Herrgott-Statue im Stiegenaufgang. Weiters konnte ein Kommandofahrzeug in den Dienst gestellt werden.

 

1986 wurde Alois Hofer, langjähriger Stellvertreter von Franz Flamm, zum neuen Kommandanten gewählt.  Unter seiner Führung wurden auch die ersten weiblichen Kameraden in den Mannschaftsstand aufgenommen.

 

Weihnachten 1987 bleibt allen Kameraden in Erinnerung: über die Weihnachtsfeiertage bracht die Wasserversorgung des Ortes zusammen. Gemeinsam mit den Nachbarfeuerwehren wurden 278.000 Liter Wasser nach Rauchenwarth geschafft.

 

1990 wurde der Opel Blitz durch ein neues Löschfahrzeug, einen Mercedes 310, ersetzt.

 

Nur ein Jahr später gab es einen großen Verlust zu beklagen: Ehrenkommandant Franz Flamm verstarb. Er fungierte von 1965 bis 1986 als Kommandant.

 

In diesem Jahr gab es auch einen spektakulären Einsatz: ein LKW mit Schotter beladen kippte in der „Bauerkurve“. Mit der Unterstützung von zwei Baggern konnte man dem Gefährt wieder auf die „Beine“ helfen.

 

1992 war wieder ein erfreuliches Jahr für die Feuerwehr Rauchenwarth: ein neues Kommandofahrzeug der Marke Peugeot wurde in den Dienst gestellt.

 

2001 wurde das alte Tankllöschfahrzeug (TLF 2000) nach 26 Jahren Dienst durch ein modernes Tankllöschfahrzeug (TLFA 4000-200) der Marke Scania ersetzt.

 

Von 1986 bis 2006 hatte Alois Hofer das Kommando der Feuerwehr Rauchenwarth über. In seiner Amtsperiode wurde unter anderem das Gemeinschaftshaus errichtet, indem die Freiwillige Feuerwehr Rauchenwarth heute untergebracht ist.

 

2006 ging Alois Hofer in den wohlverdienten Ruhestand und wurde zum Ehrenkommandanten ernannt. An seine Stelle trat Franz Kovacs.

 

Zum 125-jährigen Jubiläum, im Jahr 2008, lud die Feuerwehr zu einem großen Fest. Neben der Weihe des neuen Kommandofahrzeuges, einem VW Bus, fanden auch die Abschnittsfeuerwehrleistungsbewerbe in Rauchenwarth statt.

 

Zum 130-jährigen Jubiläum, im Jahr 2013, lud die Feuerwehr erneut zu einem Fest. In diesem Jahr wurde auch unser neues LAST Rauchenwarth, eine Ford Doppelkabinen Pritsche, in Dienst gestellt.

 

2016: Ein Jahr das vieles veränderte:

Mitte Jänner Neuwahlen. Kommandant Kovacs Franz kandidierte nicht mehr, zum neuen Kommandanten wurde Kolber Daniel gewählt, sein Stellvertreter - Kolber Martin, als Leiter des Verwaltungsdienstes wird Allard Franz-Florian fungieren.

Im Oktober wurde die Feuerwehrjugend gegründet (17 Mitglieder).

Ende des Jahres wird der Bezirk Wien-Umgebung (WU) aufgelöst. Die Feuerwehren des Bezirkes werden in die umliegenden Bezirke eingegliedert (Die Feuerwehren des Abschnittes Schwechat-Land werden dem Bezirk Bruck/Leitha zugeordnet) und unterstehen ab sofort dem BFKDO Bruck/Leitha mit OBR Fink Martin an der Spitze.